Sie erreichen alle an der Schule Beschäftigten per Telefon und per Telefax über das Sekretariat, per E-Mail über die Mailadresse: Vorname.Nachname@jls-wt.de (setzen Sie den Vor- und Nachnamen des Adressaten ein).
Diesen Sommer durfte ich im Rahmen des Erasmus+-Programms an einer Fortbildung in Amsterdam teilnehmen. Der einwöchige Kurs „Brain-based Learning: Understand How Students Really Learn“ der Europass Teacher Academy beschäftigte sich damit, wie das Gehirn tatsächlich lernt – und wie man Unterricht so gestalten kann, dass Schüler*innen wirklich davon profitieren.
Schon nach den ersten Tagen war klar: Das Thema ist nicht nur spannend, sondern auch direkt in den Unterricht übertragbar. Wir probierten nach Theoriephasen selbst Methoden aus, mit denen sich Aufmerksamkeit besser bündeln und zurückgewinnen lässt, wie pre-testing (Vorwissen aktivieren, auch wenn Antworten noch fehlen) adäquat eingesetzt werden kann, wie Geschichten und Bilder das Erinnern erleichtern, wie Emotionen und multisensorisches Lernen den Stoff nachhaltig festigen und wie kritisches Denken bei Schüler*innen angeregt werden kann. Überdies wurde mir durch den Kurs noch einmal mehr bewusst, wie wichtig eine positive Lernumgebung und eine damit verbundene Sicherheit Neugier und damit das Lernen fördern.
Mindestens genauso bereichernd war der Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen. Bei Kaffee- und Mittagspausen entwickelten sich schnell Gespräche darüber, wie Schule in Spanien, Ungarn, Italien oder Polen funktioniert und welche Erfahrungen wir im Umgang mit Motivation, Lernklima oder digitalen Medien gemacht haben. Es war faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Systeme sind – und doch, wie viele ähnliche Fragen wir uns alle stellen.
Und dann war da natürlich noch Amsterdam selbst – für mich das erste Mal. Gleich zu Beginn lernte ich, dass man dort nicht nur auf Autos, sondern vor allem auf die unzähligen Fahrräder achten sollte – Amsterdam beherbergt mehr Fahrräder als Einwohner! Aber genau das machte auch den besonderen Charme der Stadt aus: Das wuselige Treiben auf den Straßen, aber auch die schmalen und teils schiefen Giebelhäuser sowie die gemütlichen Cafés am Wasser.
Beeindruckt hat mich auch die offene und bunte Atmosphäre: Überall sieht man Regenbogenflaggen und Pride-Symbole, welche zeigen, dass Vielfalt und Toleranz in Amsterdam selbstverständlich gelebt werden. Gleichzeitig spürt man die niederländische Gelassenheit im Umgang mit Meinungsverschiedenheiten: „agree to disagree“ – man darf anderer Meinung sein und bleibt trotzdem respektvoll miteinander. Und nicht zuletzt hat es mich als Englischlehrerin gefreut, dass die Amsterdamer einfach unglaublich gut Englisch sprechen – wirklich fast jede und jeder.
Mein Fazit: Die Fortbildung in Amsterdam war für mich eine wunderbare Mischung aus neuem Wissen, spannenden Begegnungen und unvergesslichen Eindrücken. Ich komme mit vielen Ideen zurück – und mit dem Bewusstsein, dass Lernen nicht nur im Unterricht passiert, sondern immer dann, wenn man sich auf Neues einlässt.
Tot snel, Amsterdam!
Sarah Heydeck, Lehrkraft, Schuljahr 2024/25
Fachabteilung Pflege